Burn-out, Stress und andere Formen psychischer Belastung nehmen ständig zu. Dies hat im vergangenen Jahr dazu geführt, dass weit mehr deutsche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vorzeitig in Rente gegangen sind als 2009. Insgesamt waren es nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung im Jahre 2010 fast 7000 Frauen und Männer mehr, die wegen seelischer Störungen vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausgeschieden sind und seither eine Erwerbsminderungsrente erhalten. Alarmierende Zahlen, wenn man bedenkt, dass der gesetzlichen Rentenkasse somit nicht nur höhere Ausgaben, sondern auch Einkommenseinbußen entstanden sind. Die Menge der Beitragszahler nimmt auf diese Weise ständig ab.
Den auf Angaben der Deutschen Rentenversicherung basierenden Zahlen zufolge, werden die solcherart früh in Rente gehenden Arbeitnehmerrinnen und Arbeitnehmer zunehmend jünger. Vor 30 Jahren etwa betrug das Durchschnittsalter von Frühpensionären- und Rentnern noch 56 Jahre. Heute liegt es ca. sechs Jahre darunter. Weit gravierender sieht es bei denjenigen aus, die wegen psychischer Überlastung vorzeitig aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Nach Ansicht von Experten ist eine der Ursachen für die zunehmende Zahl von diagnostizierten Belastungsstörungen darauf zurückzuführen, dass diese Form von Krankheit zunehmende gesellschaftliche Akzeptanz erfährt. Prominente Beispiele wie der Schalker Trainer Ralf Rangnick oder der durch Freitod aus dem Leben geschiedene Torwart von Hannover 96, Robert Enke haben demnach zu einer Enttabuisierung der Themen "Seelische Belastung" und "Überforderung im Berufsleben" geführt.

