Wenn es nach dem Willen der Bundesregierung geht, sollen die guten Konjunkturaussichten keine Eintagsfliege sein. Vor allem Rentner können nach den jüngsten Berechnungen aufatmen und sich auf stetige Rentenerhöhungen freuen. So sollen bis zum Jahr 2025 die Renten um 35 % steigen; im Schnitt um 2 % pro Jahr. Laut „Stuttgarter Nachrichten“ besagt dies der aktuelle Rentenbericht, der der Bundesregierung vorliegt und den das Kabinett beraten, entschieden und gebilligt hat. Vor allem geht es dabei um die für 2012 geplante Rentenerhöhung. Diese ist möglich, weil die allgemeine Lohnentwicklung entsprechend positiv verlaufen ist und diese Maßstab für die Erhöhung der Altersbezüge ist.
Angesichts dieser Berechnungen und Prognosen scheint es indes Lichtjahre her zu sein, dass es in den Jahren 2004 bis 2010 vier Nullrunden für Rentner gegeben hat, sie faktisch also eine Rentenkürzung hinnehmen mussten. Und genau das ist auch angesichts dieser in der Tat positiven Aussichten das Problem. Prognosen sind Prognosen. Wenn heute eine Rentenerhöhung von 35 % für die nächsten 15 Jahren prognostiziert wird, bedeutet das keinesfalls, dass diese Erhöhung auch tatsächlich eintritt. Eine Wirtschaftskrise zum Beispiel und die Prognose ist hinfällig. Denn die Höhe der Renten ist von der Lohnentwicklung abhängig. Gibt es angesichts schlechter Konjunktur nur bescheidene Lohnerhöhungen, gibt es in der Folge auch nur geringe Rentenanpassungen. Selbst die für das Jahr 2012 in Aussicht gestellte Rentenerhöhung ist noch nicht unter Dach und Fach. Erst im Frühjahr, wenn die notwendigen Wirtschaftsdaten vorliegen, kann der Gesetzgeber die Rentenerhöhung beschließen.

