Es sind gute Nachrichten, die der Präsident der Deutschen Rentenversicherung vor einigen Tagen verkündete. Als Folge der guten konjunkturellen Entwicklung kann der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung bereits Anfang 2012 gesenkt werden. Er würde dann von 19,9 % auf 19,6 % gesenkt werden. Durch diese Beitragssenkung würden Arbeitnehmer und Arbeitgeber um bis zu 2,8 Milliarden Euro entlastet. Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung werden bekanntermaßen zu gleichen Teilen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen.
Die gute Konjunktur ist aber nur ein Argument für die Beitragssenkung. Die Beitragssenkung ist auch seitens des Gesetzgebers vorgeschrieben. Sollten die Rücklagen in der gesetzlichen Rentenversicherung das Eineinhalbfache einer Monatsauszahlung überschreiten, muss der Gesetzgeber den Beitrag senken. Sollte sich die Konjunktur auch im Jahr 2012 so stabil entwickeln, könnten die Versicherten auch im Jahr 2013 mit einer Beitragssenkung rechnen. Im Gespräch wäre dann ein Beitragssatz von 19,2 %, der dann bis weit in das Jahrzehnt hinein - der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Peter Weiß erwähnte in dem Zusammenhang das Jahr 2019 - Gültigkeit haben könne. Für den Politiker zeigt sich, dass das deutsche Rentensystem eines der stabilsten und sichersten Systeme in Europa sei, dem sogar die Finanz- und Wirtschaftskrise nichts anhaben konnte.
Was für die Versicherten der gesetzlichen Rentenversicherung gilt, gilt im Übrigen auch für die über 20 Millionen Rentner in Deutschland. Sie können mit einer Erhöhung ihrer Rentenbezüge zum 01. Juli 2012 rechnen. Laut übereinstimmenden Berichten könne die Rentenerhöhung bei durchschnittlich 1,5 % liegen. Die Entscheidung darüber fällt allerdings die Bundesregierung erst Anfang des kommenden Jahres, wenn die endgültigen Zahlen vorliegen.

